Atmung

Das Atmen ist fundamental. Ohne Nahrung können wir einige Zeit überleben, aber ohne Atmen nicht. Das Atmen ist aber anerkannter Maßen nicht nur eine reine Sauerstoffversorgung, sondern hat auch starken Einfluss auf unseren Energiehaushalt und unsere Psyche. Wie wir atmen ist ein Ausdruck dessen, wie wir leben. Oft atmen wir verkrampft, weil wir im Alltagsstress unter Druck geraten und fühlen uns angespannt. Das Ausatmen geschieht dann nicht ohne Kraft sondern mit Druck, wir pressen die Luft heraus, wie jemand, der sich körperlich anstrengt und erhöhten Sauerstoffbedarf hat. Bewusst zu atmen kann einem helfen, diese Anspannung zu lösen und sich wieder frei zu fühlen. Hier ein paar kleine Tipps, die sich einfach integrieren lassen und die ich selbst oft anwende:

Die Atmung kann man sich vorstellen, wie ein Rad dass sich dreht. Ein- und Ausatmen entspricht einem Zyklus, also einer Umdrehung des Rads.  Das Rad soll möglichst frei und rund laufen, ohne Stockung und wie von selbst. Ich stelle mir vor, dass sich das Rad vor mir langsam und gleichmäßig dreht und ich von der Seite draufschaue (Fahrrad von vorn). Mein Atem fährt dann auf der Außenseite des Rads hoch und runter, das ist alles. Wenn man sich immer mal wieder zwischendurch auf das Rad besinnt und sich vorstellt, wie es sich gleichmäßig rund und unaufhaltsam wie von selbst dreht, gelangt man sogleich zu einem entspannten, beruhigten Zustand. Es ist nicht wichtig, dass wir immer gleich atmen. Unser Körper signalisiert uns wie es gerade richtig ist, davon kann man sich leiten lassen.

Auf diesen Grundzustand kann nun ganz einfach aufbauen und sich vorstellen, man atmet Leben, Liebe ein und erfüllt damit seinen Körper und Geist. Gleichzeitig reinigt man sich beim Ausatmen, indem man Stress und schlechte Gedanken herauslässt. Am besten geht das an der frischen Luft oder in einem gut durchlüfteten Raum. Sinnvoll ist auch, dass man aufrecht sitzt oder steht, mit dem Kinn über dem Brustbein. Wenn man sich so etwas vorstellt, habe ich gemerkt, dass man nur anfangs den Kopf benutzen sollte um den Zustand herzustellen. Dann lässt man gedanklich am besten los und man ist nur noch dieser Zustand, ohne dass man weiter daran denkt – lässt es  quasi von selbst laufen.

Hier gibt es ein interessantes Interview zu diesem Thema mit Dr. Wilfired Ehrmann, Psychotherapeut und Theoretiker der psychotherapeutisch orientierten Atemarbeit. Er berichtet von sehr tiefgreifende Erfahrungen, die Menschen durch bewusstes Atmen gemacht haben.

 

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