Fesseln unserer Zeit

Angst lähmt” – jeder kennt das: “starr vor Angst sein”. Es wird besonders deutlich in einer schockartigen Situation in der wir zutiefst erschrocken sind. Diese Erstarrung wirkt aber auch subtiler im Alltag z.B. in Situationen in denen wir Angst haben, aus der Rolle zu fallen, uns lächerlich zu machen, oder es unserem Vorgesetzten nicht recht machen zu können. Es gibt schier unendlich viele solcher Beispiele. In der Regel ist unser Kopf die ganze Zeit damit beschäftigt, dass wir uns konform verhalten und nicht anecken. Vieles davon ist so automatisiert, dass es unbewusst abläuft und wir uns nicht mehr aktiv darüber Gedanken machen.

Schuld ist ein noch älteres Mittel, Menschen mental klein zu halten. Denn das Schuldgefühl bewirkt, dass wir uns klein machen – wir sind wie bedrückt durch einen unsichtbaren Ballast – unsere Schuld. Gleichzeitig suchen wir nach einem Erlöser, der uns von der Schuld befreien kann. Religionen nutzen das: Beispielsweise das Christentum, wonach wir als schuldige Sünder auf die Welt kommen. Von dieser Schuld können wir uns gar nicht aus eigenen Stücken befreien, sondern benötigen dazu einen Priester, bei dem wir mittels Beichte eine Absolution erhalten können. Dieser Mechanismus wird auch gerne in anderen Zusammenhängen verwendet. Zum Beispiel der Klimawandel: Er ist ja angeblich maßgeblich menschengemacht und besonders das “Killergas” CO2, das wir beim Fahren mit dem Auto freisetzen und außerdem beim Ausatmen, trägt zur Erderwärmung bei. Wir sind also mit Schuld am Klimawandel, wenn wir nachts friedlich schlafen und CO2 ausatmen. (Wem das nun neu vorkommt mit dem CO2 = unproblematisch kann ja mal hier nachsehen – sogar der Mainstream greift das langsam auf..). Um dieses Problem zu lösen, wird uns vermittelt, brauchen wir eine “globale Lösung”. Wir sind also eher bereit eine globale Lösung zu akzeptieren (im Sinne einer Weltregierung beispielsweise), um von dieser Schuld erlöst zu werden.

Die Medien, also Fernsehen und Printmedien tragen viel dazu bei, uns Schuld und Angst zu vermitteln. Wenn beispielsweise negative Meldungen wie ein Unglück oder ein Unfall erscheinen, erzeugt das automatisch Angst, es könnte uns etwas ähnliches zustoßen. Ganz polpulär im letzten Jahrzehnt war die Angst vor dem Terror (siehe 9/11 – Inside Job). Auch die Werbung schüren neben unserem Konsumverhalten auch unsere Ängste, beispielsweise etwas zu verpassen oder nicht zu gefallen. Mit der Schuld ist es ähnlich, allerdings subtiler. Ich übertreibe daher nun etwas, damit es deutlich wird: Wenn im Afrika Menschen verhungern, fühlen wir uns schuldig, weil es uns besser geht und wir nicht helfen. Wenn eine Naturkatastrophe viel Leid hervorruft, fühlen wir uns vielleicht schuldig, weil diese möglicherweise etwas mit dem Klimawandel zu tun haben könnte und weil wir da nicht hinfahren um zu helfen. Ähnlich mit dem elektrischen Strom, den wir verbrauchen und damit dazu beitragen, dass Kernkraftwerke und Atommüll entsteht. Dann kann man sich mitschuldig fühlen für politische Fehl-Entscheidungen, weil wir ja die Politiker gewählt haben. Und dann haben wir Deutschen ja noch eine ganz besondere Schuld zu tragen. Ein kleiner Test hierzu: Wer meiner verehrten Leserinnen und Leser ertappt sich dabei zu denken: Wie kannst Du so etwas wie das folgende schreiben: “Ich trage als deutscher keine Schuld am Holocaust der Nazis.” Ich bin 1977 geboren. Wie kann ich daran schuld sein? Man kann nur Schuld an etwas haben, das man selber zu verantworten hat. Folglich kann ich daran keine Schuld haben. Wir tragen also unterbewusst alle diese vielen kleinen Schuldpäckchen mit uns herum und wundern uns, warum wir so selten von Herzen lächeln. Dabei liegen doch alle wichtigen Entscheidungen völlig außerhalb unserer Reichweite und somit unserer Verantwortung. Unser Einfluß als Wähler ist eine Illusion. In Wahrheit geben wir mit der Wahl unsere Stimme ab und bleiben stumm zurück.

Aber bevor wir zur Verantwortung kommen noch etwas zum Thema Medien: Es sind nicht nur diese mentalen Fesseln, sondern auch Schubladen in die man uns einzuteilen versucht: linke, rechte, Ober-, Unter und Mittelschicht. Erwerbstätige und Arbeitslose. Deutsche und Griechen. Verrückte und Normale, Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten. Überhaupt die ganzen Berufsbilder. Auch im Kulturellen: Die ganzen verschiedenen Kunststile und Epochen. Oder in der Musik: Du bist ein Hiphopper, Du bist ein Raver, der andere ist ein Metler, der nächste ist ein Rasta. Und dann sprechen wir nicht mit einander, sondern übereinander. Es gibt ein ganz altes Sprichwort: “Teile und herrsche”. Wenn wir uns gegenseitig bekämpfen und unsere vermeintliche Schuld auf andere abwälzen, um unser Gewissen zu erleichtern, schauen wir nicht nach oben und stellen uns die Frage wer denn da eigentlich wirklich was dran ändern könnte. Wer kennt nicht die vielen Talk-Sendungen im Fernsehen, wo sich Politiker verschiedener Lager und noch einige andere “Experten” oder “Prominente” gegenseitig ins Wort fallen ohne auch nur ansatzweise zum Kern der Sache vorzustoßen? Das alles dient dem Zweck, uns abzulenken, zu verwirren und uns klein, verängstigt und mit schlechtem Gewissen in unserer Schublade sitzen zu lassen.

Und jetzt die Gretchenfrage: Wem nützt das? Antwort: Denen, die die Verantwortung haben. Denen, die die Welt quasi über Nacht in eine freundliche, liebevolle verwandeln könnten. Bei diesen Menschen allerdings haben Schuldbewusstsein oder Gewissen keinen Raum für Entscheidungen, sofern überhaupt so etwas bei ihnen vorhanden ist. Aber von ihnen geht aus, dass wir uns klein fühlen mit unseren “individuellen” Schubladenprogrammen am laufen und nicht weiter nach dem “warum” fragend. So sind wir einfach zu kontrollieren und lassen uns unwahrscheinlich viele Unverschämtheiten gefallen.

Materiell gesehen sind das folgende: Wir bezahlen brav unsere Zinsen, unsere Steuern, GEZ, Sozialversicherung, Krankenversicherungen, sorgen obendrein privat für eine Rente vor, leisten unseren Soli. Und den Rest, der uns bleibt, geben wir aus für minderwertige Güter (von denen uns die Medien suggerieren, dass wir sie brauchen), die schnell kaputt gehen. Wir geben es aus für Supermarkt-Nahrung mit reduzierten oder gar keinen Nährwerten bzw. Vitalstoffen. Und in allem wieder verborgen, was vielen nicht bewusst ist: Ein Zinsanteil von 30 – 40 % oder für unsere Wohnungmiete sogar mit einem Zinsanteil von locker 70 % und mehr (siehe den Ansatz von Helumt Creutz). Nebenbei bemerkt werden unsere Steuern auch zu einem beachtlichen Teil (ca 10%) dazu verwendet, Zinsen der Staatsschulden zu bezahlen. Und das beste ist ja, dass das Geld für, das wir diese Zinsen bezahlen, nur als Schuld existiert. Alles Geld das im Umalf ist sind in Wahrheit Schuldscheine. Es wird erzeugt mit einem dubiosen Buchungsatz “Forderung an Verbindlichkeit” und entsteht als Giralgeld auf dem Konto aus dem Nichts (siehe z.B. Frank Hörmann, das Ende des Geldes). Un dwer argumentiert, die Zinsen seine um da, weil die Bank ein Risiko eigeht, dann muss ich fragen: Was für Risiko? Wir müssen doch voll haften und werden enteignet, wenn wir das Geld nicht zurückzahlen können – mit Zinsen. Das Geld der Sparer wird also nicht verliehen, nein, es wird an den Börsen gewinnbringend eingesetzt. Und wenn sich eine Bank verspekuliert hat, geht sie nicht etwa pleite, nein, sie wird gerettet! Vom Staat! Und somit bürgt am Ende wieder der “Bürger”!

Ich will damit aber gar nicht den Eindruck erwecken, dass der primäre Sinn dieser Zinsen, der stetig umverteilt wird von fleißig nach reich an eine sehr kleine, sehr reiche Minderheit, darin liegt, sich auf unsere Kosten noch weiter zu bereichern (obwohl das zweifellos auch der Fall ist), sondern es geht primär darum, uns (die große Mehrheit) nicht mächtig werden zu lassen. Warum? Mehr oder weniger Geld spielt in diesen Größenordnung gar keine Rolle mehr – Das Geld ist “dort oben” selbst zu einem Äquivalent der Macht geworden. Es wird uns Macht (Geld/Kaufkraft) entzogen und jemand anders bekommt mehr Macht. Es geht also primär um das Aufrecht erhalten bzw. weiter verzerren eines Machtverhältnisses.

Und noch etwas kommt hinzu: Weil wir alle so viel arbeiten müssen und ganz fleißig in unserem Hamstarrad rennen, um überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben und etwas essbares auf dem Tisch haben wir obendrein viel weniger Zeit. Viel weniger Zeit um uns einen anderen Kopf zu machen als wie behalte ich meinen Arbeitsplatz und mein Haus und bekomme genug zu essen und kann meine ganzen Raten Zahlen für Auto, Haus, Fernseher und… und das bisschen Restzeit wird gefüllt mit abends Tatort schauen (Vom Harz TV ganz zu schweigen). Was für ein netter Nebeneffekt!

Zusammengefasst: Genau der gleiche Zweck, den die mentalen Machtmittel bewirken, nämlich uns klein zu halten, erfüllen die materiellen Machtmittel über das Zinsgeldsystem mit Macht- und Zeitentzug. Sie verhindern

dass wir erkennen, was unsere wahren Fähigkeiten sind,

dass wir miteinander kooperieren und uns gegenseitig helfen,

dass wir uns auf unser inneres Selbst und das allumfassende “warum bin ich hier?” konzentrieren,

dass wir uns aufrichten zu unserer wahren Größe,

dass wir unser Leben im Einklang mit unserer Umwelt und unseren Mitmenschen leben können,

dass wir Frieden haben.

 

Die Aufzählung lässt sich sicherlich noch fortsetzen. Die Frage ist nun, wenn Ihr mir bis hierher gefolgt seid: Was tun?

Die Antwort ist einfach: Fangt bei Euch selbst an und übernehmt wieder die Verantwortung:

Ignoriert nach Möglichkeit die Mainstreammedien mit Fernsehen und Zeitungen/Zeitschriften und entzieht Euch ihrem Einfluss. Geht vielmehr selbst auf die Suche nach Informationen und setzt Euch ein eigenes, neues Weltbild zusammen, indem Ihr aus der Fülle an Informationen selbst entscheidet, was Sinn macht und was Ihr für richtig haltet. Hinterfragt alles, was Ihr bisher als sicher und “wissenschaftlich erwiesen” angenommen habt. Auch die Wissenschaften sind gehemmt von einem krankhaften Dogmatismus. Lernt auf Euer Herz zu hören, Eure Intuition.

Das Internet versetzt uns erstmals in die Lage, uns abseits des Mainstreams auszutauschen, zu vernetzen und uns zu informieren, vor allem, uns unsere eigene Meinung wirklich selbst zu bilden – das ist sehr kostbar – nutzt es.

Das wichtigste: Befreit Euch von jeglichen Ängsten und Gewissensbissen, die Euch möglicherweise bis heute heimsuchen wegen der Welt, die so ist wie sie ist. Mutter Erde hält sehr viel aus und sie ist unendlich gütig. Ihr seid nicht Schuld. Habt keine Angst, habt Mut! Wir sind Riesen! Richtet Euch auf und zeigt Eure wahre Größe! Handelt aufrichtig und von Herzen! Mit unserem Herz können wir intuitiv erfühlen was richtig ist und was nicht. Dazu brauchen wir keine Regeln und keine Gesetze. Unser Herz weiß es und die ganzen billigen Täuschungstricks funktionieren nur beim Verstand und unseren Emotionen, nicht bei unserem Herz.

Sprecht mit Freunden und auch mit Nicht-Freunden darüber und versucht sie mit kleinen Hinweisen anzustoßen, ohne sie zu bekehren. Nicht jeder Mensch ist schon bereit für diesen Schritt der Erkenntnis, denn es fordert von einem nichts geringeres als das eigene Weltbild grundlegend in Frage zustellen. Aber manche brauchen nur einen kleinen Hinweis und sie werden gepackt vom Wissensdurst eines Entdeckungreisenden. Diese Menschen, die kurz vor dem Erwachen sind, werden immer mehr. Und keine Angst vor Reaktionen, die Euch in Schubladen stecken wollen wie “Verschwörungstheoretiker” oder “Du spinnst”. Das sind nur Schubladen und Riesen passen in keine Schublade ;-) . Generell ist richtig: Es ist gut Wissen zu teilen, denn dabei vermehrt es sich. Lasst uns Gutes tun!

Wenn Ihr auch im Materiellen Bereich weiter gehen wollt, könnt Ihr anfangen, dem System auch materiell seine Energie zu entziehen, in dem Ihr z.B. auf Lokalwährungen geht, Euch in Tauschringen beteiligt, einen kleinen Gemüsegarten unterhaltet – Euch mehr und mehr selbst versorgt (siehe auch steuerboykott.org). Wenn die Glotze auf Dauer aus bleibt, wundert man sich sowieso mit der Zeit, wie wenig man eigentlich wirklich überhaupt zum Leben braucht.

Geht nicht wählen. Alle Parteien sind längst auf Kurs gebracht und egal wen Ihr wählt – es wird sich von oben herab nichts ändern. Obama war bzw. ist das beste Beispiel. Behaltet Eure Stimme und ändert Euch selbst. Geht nicht protestieren, denn die da oben lachen über Euch (die über den Politikern). Organisieren wir uns statt dessen in vielen kleinen Gruppen, mit dem Ziel, dem System Energie zu entziehen, uns so weit wie möglich ohne es zu versorgen, denn wir brauchen es nicht in dieser Form. Der Wandel kommt von unten!

Lasst uns frei von alten Klischees offen über die Zukunft nachdenken und uns neues Erdenken und erträumen. Wir erschaffen unsere Zukunft selbst! Wir nehmen es selbst in die Hand. Hierzu noch ein Link: Die “Aufbruch Gold Rot Schwarz”-Konferenz in Alsfeld. Besonders das zweite Video “Verkündung der Alsfelder Erklärungen!” ist sehenswert. So einfach kann es sein.

 

 

Wer nun neugierig geworden ist und wissen will, wie es weiter drinnen im “Kaninchenbau” aussieht, oder anders gesagt noch weiter oben an der Spitze der Pyramide, der sei auf David Icke verwiesen. Er war professioneller Footballspieler in England und hatte nach einiger Zeit als Sportmoderator aufgrund persönlicher Erfahrungen einige tiefgreifende Veränderungen in seinem Leben vorgenommen und erforscht den “Kaninchenbau” von innen seit bereits etwa 30 Jahren – aber vorsicht – das ist richtig harter Stoff:

 

 

Anfangs verlacht als Spinner füllt er inzwischen sehr große Säle. Sein bester Vortrag bisher (wie ich finde) sehr aktuell aus der knalle vollen Wembley Arena in London vom 27. Oktober dieses Jahres (in englisch) “Remember who you are”:

 

Irgendwann werden uns unsere Kinder und Enkelkinder wieder fragen: “habt ihr denn von alledem nichts gewusst?” Was wollt Ihr antwoten…

 

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2 Comments

  1. bpiltz sagt:

    Lieber Michael,

    vielen Dank für deinen umfangreichen Kommentar, hat mich sehr gefreut.
    Lass mich noch etwas zu Deinen Kritikpunkten anmerken. Zunächst zur “Überbevölkerung”: Wir könnten mit den hergestellten Nahrungsmitteln gut 12 Milliarden ernähren, im Moment sind es ca 8 Milliarden, also haben wir eigentlich 50% Überschuß. Siehe hierzu die folgenden Seiten: Berechnung der Ernährungskapazität der Erde oder dieser Blog: http://www.welt-ernaehrung.de (rechts die Zusammenfassung “Über…” sagt eigentlich schon alles).

    Nun, dann schreibest Du von Chaos und Mord etc… wenn das System zusammenbricht. Das ist eine weitverbreitete Angst, die darin begründet wird, dass der Mensch scheinbar von Grund auf schlecht ist und zum Chaos neigt. Tut er aber nicht. Er ist von Grund auf gut. Die meisten Verbrechen sind systembedingt.

    Wenn wir dem jetzigen System Energie entzeihen, meine ich damit nicht, dass wir in die Steinzeit zurück fallen sollen. Das wird auch nicht passieren. Es entstehen schon jetzt permanent neue zivile Organisationen, die Ihr Ziel darin haben, sich autark verwalten zu können. Ich sehe darin die Zukunft: Kleine, weitestgehend autarke Zellen, die sich selbstständig verwalten aber natürlich auch miteinander handeln können und interagieren. Der strukturelle Aufbau unterscheidet sich in dem grundlegenden Unterschied zwischen einem “Bottom Up” – System im Gegensatz zu einem “Top Down” wie wir es jetzt haben.

    Es soll in erster Linie Selbsterfüllung der Individuen im Vordergrund stehen, die sich ergeben kann bei einer zwanglosen Befriedigung der Grundbedürfnisse und entsprechender betreuender Begleitung. Die Utopie von Franz Hörmann ist dahingehend schon recht weit ausgearbeitet (ist auch hier im Artikel verlinkt).

    Ich persönlich freue mich darauf, es ist mit Sicherheit möglich, nur im Moment schwer vorstellbar. Der Weg dahin geht nicht über Widerstand und Kampf, denn damit werden zum einen die alten Mächte genährt und zum anderen macht man sich angreifbar. Der Weg geht über Nichtbeachtung. Darüber, es einfach anders zu machen – darum auch der Gemüsegarten ;-) .

    Beste Grüße,

    Benjamin Piltz

  2. Michael Schimpf sagt:

    Lieber Benjamin,

    sehr netter Beginn, da kann ich Dir nur zustimmen. Die Angst/Schuld hält viele Menschen davon ab, ihr wahres Potenzial zu nutzen und die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Es ist schon erstaunlich, wie widersprüchlich man gepolt ist: Manche Menschen gehen unglaubliche Risiken ein: Zocken an der Börse, rauchen, ungesunde Ernährung, gefährliche Sportarten. Wenn man sie dann aber auf ein umweltfreundliches Wasserstoffauto anspricht, kommt nur eine Antwort: Viel zu gefährlich – da würde ich niemals einsteigen!
    Und ich bin jetzt erleichtert, dass es mir in diesem Punkt ganz gut ergeht: Ich habe keine Angst vor Terror oder dem Klimawandel und fühle mich auch nicht Schuldig für das Elend auf dieser Welt!

    Dass Du daraus eine Systemkritik ableistest, finde ich allerdings schon etwas merkwürdig und widersprüchlich. Dein vorschlag, dem System die Energie zu entziehen, kann ganz schnell nach hinten losgehen. Warum? Ganz einfach: Es gibt auf dieser Welt einfach zu viele Menschen. Wie konnte das passieren? Ganz einfach: Die Menschen haben die Arbeitsteilung erfunden. Früher war jeder Mensch zu 90% des Tages damit beschäftig, seine Ernährung sicherzustellen. Heute erledigen das 5% der Menschen für den Rest. Damit wurde unglaublich viel kreatives Potenzial frei und die Menschen konnten anderen Berufen nachgehn, mehr und mehr Wohlstand und soziale Sicherheit schaffen. Zugegeben, das mag an der ein oder anderen Stelle zu Ungerechtigkeit geführt haben. Aber wie sähe denn eine Welt aus, die Deinen Ratschlägen folgt? Man muss wissen, dass eben diese 95% der Bevölkerung in Deutschland nicht in der Lage wären, sich selbst zu versogen – einen Gemüsegarten anzulegen? Für viele Undenkbar! Tauschen wäre viel zu aufwendig und zeitintensiv. Deshalb haben wir es ja faktisch abgeschafft. Was hättest Du denn Iveno für die Hang-Zerenomie im Tausch angeboten? Oder wie wolltest Du z.B. einen Laptop bezahlen, an dem hunderte Menschen gearbeitet haben, bis es bei Dir im Zimmer steht und Du im Internet surfen kannst? Und das für läppische 700 Euro? Du nutzt Dinge, die das System hervorgebracht hat – denke immer daran!
    Würden alle Deinem Ratschlag folgen, und das System zusammenbrechen, würde Hunger, Chaos, Mord und Totschlag herrschen. Deine Vision funktioniert nur, wenn die Bevölkerungszahl deutlich schrumpfen würde. Bedenke immer, dass das “böse” System ( z.B. Medien, Finanzinstitute, Industrie, die den minderwertigen Kram herstellt) immerhin Millionen Familien ein gutes Leben ermöglicht. Und die sind auch alle potenzielle Kunden Deines Lichteffekt-Unternehmens. Das könnten wir uns doch gar nicht leisten, wenn wir täglich einen Überlebenskampf führen müssten! Also ich bin froh, dass ich durch ca. 40 % meines Einkommens die Grundbedürftnisse (Nahrung, Wohnung, Kleidung, Wärme, Wasser) abgedeken kann. Den Rest kann ich für Dinge ausgeben, von denen meine Großeltern noch geträumt haben. Welche Generation vor uns hatte so viele Möglichkeiten, wie die unsere? Dass da jemand auf unsere Kosten reich wird mag manchen berechtigterweise sauer aufstoßen – Grund für eine Systemänderung ist das aber noch lange nicht. Wenn Du wirklich was verändern willst, dann musst Du selbst aktiv werden und darum kämpfen. In kleinen Gruppen und im Verborgenen Widerstand zu leisten wird Dich nicht weit bringen.
    Und beim Thema Risiko und Banken muss ich Dir leider auch Widersprechen: Würdest Du mir (also einem Fremden) Geld ohne Zinsen leihen? Auch wenn Du Dir sicher bist, dass ich vorhabe, es Dir zurückzugeben? Ich glaube nicht, denn es besteht immerhin die Möglichkeit, dass ich dann nicht mehr lebe oder es wegen eines Notfalls/Krankheit andersweitig ausgegeben habe.
    In diesem Sinne noch ein schönes Wochenende!

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